Volkswagen Bank leiht sich Milliarden von der EZB

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten hat die Europäische Zentralbank rund 500 Mrd. Euro als Dreijahres-Tender ausgegeben. Doch bisher hielten sich deutsche Banken bei der Nutzung dieser Refinanzierungsquelle sehr zurück. Obwohl den Informationen der Nachrichten-Agentur Reuters zufolge deutsche Institute insgesamt rund 42 Mrd. Euro abgegriffen haben sollen hatte sich bisher kein renomiertes deutsches Geldhaus zu einer Inanspruchnahme bekannt.

Jetzt räumte die Volkswagen Bank als erstes größeres deutsches Kreditinstitut ein, zwei Milliarden Euro zu einem Zinssatz von einem Prozent bei der EZB aufgenommen zu haben. Als Sicherheiten wurden angabegemäß die im Zuge der Finanzkrise in Verruf gerateten ABS-Papiere (Verbriefungen) hinterlegt. Jedoch versicherte der Finanzchef Frank Fiedler, dass dies eine außerordentliche Beanspruchung war und nicht als eine regelmäßige Refinanzierungsquelle geplant sei.

Volkswagen Bank plant weiter mit Kundeneinlagen als Refinanzierungsquelle
Insgesamt legten die Kunden der Autobank in 2011 rund 23,8 Milliarden Euro an. Dies sei rund 18 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Vor allem seit Ausbruch der Finanzkrise setzen Banken verstärkt auf Kundeneinlagen als Refinanzierungsquelle, da sich diese im Vergleich zum Beispiel zu institutionellen Anlegern als sehr stabil erwiesen hat. Hierfür ist der Absatzunterstützer der Volkswagen Gruppe auch bereit, einige Punkte an Marge in Kauf zu nehmen.

Die Volkswagen Bank sieht den Autoabsatz-Markt Europa stagnierend
Trotz der Rekordjahre für alle großen deutschen Autobauer in 2011 erwarten die Wolfsburger Autobauer sowie die Analysten ihrer Finanzsparte in Europa einen schwächelnden Automarkt. Die Gewinnerwartungen der Volkswagen Bank selbst sind daher auch verhalten; man gehe von einer Stagnation der Gewinne aus.

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